Menschen mit Behinderung

Frauen und Männer mit Behinderung sind an der Verwirklichung ihrer beruflichen Ziele genauso interessiert wie Menschen ohne Behinderung. Ihre Ausgangslage ist aber oft schwieriger. Wer im Vorstellungsgespräch selbstbewusst seine Fähigkeiten darlegt und offen mit seiner Behinderung umgeht, hat bei möglichen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern gute Chancen.

Oft haben Menschen mit Behinderungen besondere Fähigkeiten ausgebildet. So können beispielsweise blinde Menschen viel besser hören, sich besser konzentrieren und genauer zuhören, sodass sie oft in Berufen arbeiten, die besondere kommunikative Kompetenz erfordern, blinde Frauen mit sehr feinem Tastempfinden werden z. B. als Medizinische Tastuntersucherin ausgebildet, die bei der Brustkrebsvorsorge die Brust auf Knoten abtasten. Gehörlose Menschen können häufig sehr gut beobachten und sind daher prädestiniert z. B. für Tätigkeiten in Laboren, Messstationen, digitalen und Printmedien.

Vermittlung zur Wiedereingliederung nutzen

Viele erwerbsfähige Frauen und Männer mit Behinderungen finden ohne eine zusätzliche Fachberatung und -begleitung durch Rehabilitationsträger nur selten eine adäquate Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Die Agenturen für Arbeit und Jobcenter bieten Leistungen an um schwerbehinderte Menschen beruflich zu integrieren, sie in Arbeit zu vermitteln. Die Integrationsämter beraten und unterstützen schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber, um bestehende Arbeitsverhältnisse zu erhalten und zu sichern. Außerdem entscheiden sie im besonderen Kündigungsschutzverfahren.

Andere Rehabilitationsträger von denen Sie Leistungen erhalten können, sind Unfallversicherungen, Rentenversicherungsträger.

Integrationsfachdienste unterstützen Sie im Auftrag der Rehabilitationsträger bei der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt. Sie unterstützen auch Menschen, die aktuell in Behindertenwerkstätten tätig sind und eine Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt suchen. Die landesweiten Integrationsfachdienste, deren Beraterinnen und Berater über besondere Kompetenzen im psychosozialen und arbeitspädagogischen Bereich verfügen, übernehmen die Aufgabe, schwerbehinderte Menschen auch an ihrem Arbeitsplatz arbeitsbegleitend zu betreuen.

Nicht immer können Menschen aufgrund ihrer individuellen Behinderung in Vollzeit arbeiten. Arbeitgeber sind daher verpflichtet, behinderten Menschen Teilzeitarbeit zu ermöglichen.

Um behinderte und schwerbehinderte Menschen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz und auch im Beruf zu unterstützen, gibt es zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Hierzu gehören die Vermittlungsdienstleistung der Agentur für Arbeit, die Übernahme von Bewerbungskosten sowie die „Unterstützte Beschäftigung

Unterstützung für Akademikerinnen und Akademiker

Für Akademikerinnen und Akademiker mit Behinderung ist es zwar schwierig, aber im Verhältnis zu anders ausgebildeten Menschen mit Behinderungen häufiger möglich, nach einem Studienabschluss einen guten Einstieg ins Berufsleben zu finden.