Elterngeld & Co.

(Basis)-Elterngeld,ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus

90 Prozent aller Eltern und Adoptiveltern nehmen heute Elterngeld in unterschiedlicher Form in Anspruch. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die junge Eltern hier in Kombination mit einer (reduzierten) Berufstätigkeit nutzen können.

Anspruch auf Elterngeld haben grundsätzlich alle Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und erziehen, auch Auszubildende und Studierende, die nebenher einer bezahlten Beschäftigung nachgehen. Das Elterngeld ersetzt das in den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes erzielte durchschnittliche Erwerbseinkommen in Höhe von 67 Prozent, maximal erhalten Sie so bis zu 1.800 Euro. Waren Eltern vor der Geburt ihres Kindes nicht berufstätig, erhalten sie 300 Euro. Bei Geringverdienenden mit durchschnittlich weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen kann das Elterngeld auch individuell erhöht werden. Bei Mehrlingsgeburten wird für jedes weitere Kind das Elterngeld um 300 Euro erhöht. Zusätzlich erhalten Sie einen Bonus, wenn in Ihrem Haushalt Geschwisterkinder leben. Die Höhe des sogenannten Geschwisterbonus richtet sich dann nach der Anzahl und dem Alter Ihrer weiteren Kinder.

Elterngeld wird für die Dauer von 12 Monaten gezahlt und zwei weitere Monate, wenn auch der andere Elternteil in seinem Beruf pausiert. Das Mutterschaftsgeld einschließlich des Arbeitgeberzuschusses wird auf das Elterngeld voll angerechnet. Alleinerziehende sind grundsätzlich 14 Monate bezugsberechtigt, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie nicht zusammen mit dem anderen Elternteil in einer Wohnung leben.

Das Elterngeld muss schriftlich beantragt werden. Jeder Elternteil kann für sich ein Mal einen Antrag auf Elterngeld stellen. Der Antrag muss nicht sofort nach der Geburt des Kindes gestellt werden. Rückwirkende Zahlungen werden jedoch nur für die letzten drei Monate vor Beginn des Monats geleistet, in welchem der Antrag auf Elterngeld eingegangen ist. Auch ausländische Bürgerinnen und Bürger können das Elterngeld beantragen. Voraussetzung ist der Besitz eines „qualifizierten Aufenthaltstitels“, das heißt, sie dürfen nicht nur vorübergehend in Deutschland leben, sondern müssen einen Aufenthaltstitel haben, der zu einer Erwerbstätigkeit berechtigt.

Elterngeld in den Kreisen Kleve, Wesel und Duisburg:

Im Kreis Kleve wird diese Aufgabe innerhalb der Kreisverwaltung vom Fachreferat Jugend und Familie wahrgenommen. Die Elterngeldstelle beim Kreis Kleve bearbeitet die Anträge auf Elterngeld und berät Eltern in allen Fragen zu den Themen Elterngeld und Elternzeit. Im Kreis Wesel befindet sich die Elterngeldstelle im Fachbereich Jugend. Eltern erhalten hier Beratung bei Fragen zum Elterngeld und die Anträge auf Elterngeld werden bearbeitet. In Duisburg ist das Jugendamt für das Elterngeld zuständig

Ihre Ansprechpartner:

im Kreis Kleve:
Melanie Schlüter: Tel. 02821 / 85-263, und
Norbert Kroll: Tel. 02821 / 85-273, Zimmer E.216.

im Kreis Wesel:
Fachbereich Jugend, Tel. 0281 / 207-4880,
E-Mail: post@kreis-wesel.de, Internet: www.kreis-wesel.de.

Stadt Duisburg:
Jugendamt, Ludgeristr. 12,
Thomas Schreiber
Internet: www.duisburg.de

Elternzeit

Wenn Sie Fragen zur Elternzeit und Elterngeld haben, wenden Sie sich auch an die Gleichstellungsbeauftragten in Ihrer Stadt oder Gemeinde im Kreis Kleve oder die Fachstelle Frau und Beruf im Kreis Wesel. Bei der Stadt Duisburg kann Sie das Referat für Chancengleichheit weiterlotsen.

Kinderbetreuung und Zuschüsse

Die Kosten für die Kinderbetreuung können in bestimmten Fällen teilweise oder ganz vom Jugendamt übernommen werden. Als Eltern zahlen Sie in der Regel für alle Betreuungsformen einen Elternbeitrag, der vom Familieneinkommen abhängig ist. Das gilt sowohl für die Betreuung von Kindern im Vorschulalter als auch für Schulkinder der Sekundarstufe I. Zuschüsse gibt es für Offene-Ganztagsschul-Betreuung und die „13plus-Betreuung”.

Mit einem Zuschuss für die Kinderbetreuung können Sie auch rechnen, wenn eine Tagesmutter Ihr Kind oder Ihre Kinder betreut. Die Kommunen zahlen in der Regel einen festgelegten Stundensatz für qualifizierte Tagesmütter. Diese müssen jedoch in jedem Fall eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt vorweisen können. Die jeweils zuständigen Jugendämter in den Kreisen Kleve, Wesel und in der Stadt Duisburg geben Auskunft, wie hoch jeweils der Betreuungszuschuss ist, wenn Sie sich für eine Tagespflege-Betreuung entscheiden.

Vorrangig vor der Inanspruchnahme der Kindertagespflege ist eine Betreuung des Kindes in Kindergarten, Kindertagesstätte, Schulbetreuung oder durch sonstige Regelangebote.

Arbeitslose und arbeitsuchende Alleinerziehende haben besonderen Anspruch auf Unterstützung bei der Kinderbetreuung, wenn die Aufnahme einer Berufstätigkeit davon abhängt. Nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu Ihrem Jugendamt auf. Wenn Sie Arbeitslosengeld II beziehen, sprechen Sie Ihren Fallmanager oder Ihre Fallmanagerin an. Ein möglicher Job sollte auf keinen Fall an fehlender Kinderbetreuung scheitern.

Kinderbetreuung und Steuern

Wer Kinderbetreuungskosten nachweisen kann, darf rückwirkend mehr von der Steuer absetzen. Voraussetzung ist, dass beide Eltern berufstätig sind. Zu den berufstätigen Eltern zählen auch Mütter oder Väter mit einem Teilzeit- oder Minijob. Ab dem ersten Euro können für jedes Kind bis 14 Jahre zwei Drittel aller Kosten bis insgesamt maximal 4.000 Euro pro Jahr als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden. Dabei spielt es keine Rolle, wo das Kind betreut wird, ob im Kindergarten, bei Tageseltern oder ob eine Betreuungsperson ins Haus kommt. Selbst Kosten für einen Babysitter lassen sich steuerlich geltend machen. Hier verlangt das Finanzamt jedoch den Honorar-Nachweis über eine Banküberweisung.

Eltern, die nicht beide berufstätig sind, können ebenfalls Kinderbetreuungskosten steuerlich absetzen, nämlich dann, wenn Ihre Kinder zwischen drei und sechs Jahre alt sind, und zwar ebenfalls zwei Drittel der tatsächlich entstandenen Kosten, maximal 4.000 Euro pro Jahr und Kind. Dann handelt es sich allerdings um Sonderausgaben und nicht um Werbungskosten. Sind die Kinder älter als sechs oder jünger als drei Jahre, erkennt das Finanzamt keine Kinderbetreuungskosten an.

 

Tipps für die Steuererklärung

  • Lassen Sie sich einen Freibetrag auf Ihrer Lohnsteuerkarte eintragen. Sie können so sofort Steuern sparen.
  • Begleichen Sie Rechnungen für die Kinderbetreuung per Banküberweisung. Das Finanzamt fragt selbst bei quittierten Barzahlungen häufig nach.
  • Sammeln Sie alle Belege, die mit der Kinderbetreuung zusammenhängen, also auch Kosten für die Babysitter (Fahrtkosten, Stundenabrechnungen), Notfallbetreuung.