Finanzen

Frauen sind heute gut ausgebildet, wollen finanziell unabhängig sein und ihre Altersvorsorge sichern. Durch den Wiedereinstieg erhöhen Sie nicht nur Ihre Chancen auf eine eigene finanzielle und soziale Absicherung, sondern verbessern zugleich den Aufbau einer eigenständigen Rente. Mit dem Wiedereinstiegsrechner können Sie sowohl Ihr zu erwartendes Einkommen als auch Ihre späteren Rentenansprüche abschätzen.

Frauen (ver-)schieben das Thema Finanzen und die eigene Absicherung immer noch gerne auf die lange Bank. Sie sollten es jedoch so früh wie möglich und so vorausschauend wie möglich angehen! Nur so behalten Sie den notwendigen Überblick über die eigene Situation und können während Ihrer Berufstätigkeit die richtigen Maßnahmen ergreifen, um im Alter so gut wie nur irgend möglich abgesichert zu sein. Es lohnt sich also in jedem Fall, sich mit dem möglicherweise ungeliebten Thema etwas eingehender zu beschäftigen. Sie werden sehen, das alles ist kein Hexenwerk. Machen Sie sich schlau und nehmen Sie Ihre Geldangelegenheiten selbst in die Hand.

Steuern, Versicherungen, Altersvorsorge

Ob Sie bald wieder als Mitarbeiterin (oder Mitarbeiter) in einem Unternehmen arbeiten oder in die Selbstständigkeit starten – das Finanzamt ist immer mit von der Partie. Im einen wie im anderen Fall müssen Sie Steuern zahlen. Prüfen Sie, welche Steuerklasse die günstigste für Sie ist und ob es sich nicht z. B. lohnt, Steuerfreibeträge zu nutzen, die Ihnen monatlich mehr verfügbares Geld bringen.

Versicherungen sind ein weiteres Thema, mit dem Sie sich beschäftigen sollten. Welche Krankenkasse ist (langfristig gesehen) günstig, können Sie vielleicht in eine Betriebskrankenkasse eintreten? Sollten Sie sich eventuell um Zusatzversicherungen kümmern? Und vor allem: Welche Kosten kommen auf Sie zu? Ist eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit sinnvoll? Wichtig: Vergleichen Sie immer mehrere Angebote.

Private (Alters-)Vorsorge ist für Frauen besonders wichtig und wird doch viel zu oft halbherzig in Angriff genommen. Dabei erreichen heute nur 5 Prozent der Frauen die sogenannte Eckrente (45 versicherungspflichtige Arbeitsjahre) – gegenüber 43 Prozent der Männer.  Für Frauen liegt der Grund in  Kindererziehungszeiten und im Anschluss daran lange Teilzeit- oder geringfügige Beschäftigungen. Hinzu kommt, dass Frauen häufig in Branchen arbeiten, in denen unterdurchschnittliche Gehälter und Löhne gezahlt werden. Nach heutigem Stand haben Frauen eine eigene Rente von durchschnittlich 566 Euro (im Westen), Männer verfügen dagegen über ca. 1.020 Euro (IAQ 2016).

Fangen Sie also so früh wie möglich an, eine eigenständige Vorsorge aufzubauen und lassen Sie sich von einer unabhängigen Stelle beraten. Unabhängige Finanzdienstleisterinnen haben sich auf die Beratung von Frauen spezialisiert und kennen die Schwachstellen und Lücken in Frauenerwerbsbiografien. Vereinbaren sie auch ein Gespräch mit einer Rentenberaterin oder einem Rentenberater vor Ort.

Wenn Sie einen guten persönlichen Kontakt zu Ihrer Hausbank haben, sprechen Sie Ihre Beraterin oder Ihren Berater an. Auch hier gilt: Vergleichen Sie immer mehrere Angebote.

„Als ich jung war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben. Jetzt, wo ich alt bin, weiß ich, dass es das Wichtigste ist.“
(Thomas von Aquin)

Lebensunterhalt sichern

Um den Lebensunterhalt zu sichern, muss ein regelmäßiges Einkommen zur Verfügung stehen. Wer ihn in der Partnerschaft oder Ehe verdient, ist auf den ersten Blick nicht entscheidend. Auf den zweiten Blick schon. Denn meistens sind es die Frauen, die ihre Berufstätigkeit unterbrechen, wenn Kinder dazukommen. Lange berufliche Auszeiten bedeuten aber immer auch, dass gerade Frauen hier in einen kaum aufzuholenden Rentennachteil geraten. Wer nicht berufstätig ist, ist abhängig vom Partner und zahlt nicht in die eigene Altersvorsorge ein.

Kommt dieses Versorgungsprinzip durch Trennung, Scheidung oder Arbeitslosigkeit ins Wanken (oder schlimmstenfalls alles zusammen), müssen viele Frauen einen schnellen Wiedereinstieg in den Beruf schaffen. Gleichzeitig müssen sie dafür sorgen, dass der Lebensunterhalt gesichert bleibt. Insofern ist es immer sinnvoll, beruflich auf eigenen Beinen zu stehen. Immer häufiger passiert es auch, dass der Lebenspartner oder die -partnerin arbeitslos oder erwerbsunfähig wird und dann Frauen zu Haupternährerinnen werden.

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