Beruf und Familie

Kinder

Neben der eigentlichen Bemühung um einen passenden Job ist das Thema Kinder für Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer das zentrale Thema, um wieder arbeiten gehen zu können. Von der sorgfältigen Planung der Kinderbetreuung hängt ganz entscheidend ab, dass Sie sich in den kommenden Jahren auf Ihren Job konzentrieren können.

Wenn Mütter und Väter beide arbeiten, finden die allermeisten Kinder das gut. Mittlerweile arbeiten in 51 Prozent aller Haushalte mit 6- bis 11-jährigen Kindern beide Elternteile. In Haushalten mit nur einem Elternteil liegt der Anteil der Berufstätigen sogar bei 66 Prozent.

Die Ergebnisse der Kinderstudie 2010 zeigt: Kindern ist es sehr wichtig, dass ihre Eltern sich in ihrer Rolle wohl fühlen und auch außerhalb der Familie anerkannt werden. Auch haben Kinder ein sehr gutes Gefühl dafür, wie wichtig die Berufstätigkeit der Eltern für die Familienfinanzen ist.

Trotz zunehmender Erwerbstätigkeit sind es immer noch die Frauen, die ihre berufliche Tätigkeit einschränken, sie weichen auf geringer bezahlte Teilzeitjobs aus und nehmen eine Doppelbelastung auf sich. Das wirkt sich nicht nur nachteilig auf das Familieneinkommen aus, sondern auch auf ihre eigene Alterssicherung. Umso wichtiger ist es, nach der Familienpause wieder beruflich durchzustarten.

Kinderbetreuung

Natürlich ist die Organisation eines funktionierenden Familienalltags eine hochkomplexe Angelegenheit und erfordert an manchen Tagen echte Managerqualitäten. Sie dürfen aber davon ausgehen, dass Ihre Kinder den geplanten Wiedereinstieg leichter und selbstverständlicher mittragen als Sie es jetzt womöglich befürchten. Lösen Sie sich von der Vorstellung, dass Sie allein alles perfekt machen müssen. Stellen Sie – vor allem am Anfang – nicht zu hohe Ansprüche an sich. Es ist kaum möglich, dass zuhause alles so weiterläuft wie bisher. Besprechen Sie also Ihre Berufspläne im Familienrat und holen Sie alle Familienmitglieder mit ins Boot. Mobilisieren Sie vor allem Ihren Partner und fordern Sie seine Mitarbeit ein – und auch die Ihrer größeren Kinder. Überlegen Sie gemeinsam schon im Vorfeld, wie Sie die Kinderbetreuung organisieren wollen, ob Sie jemand aus Ihrer Verwandtschaft oder Ihrem Freundeskreis unterstützen kann oder ob Sie eine Haushaltshilfe suchen wollen.

Familienpflege

Manchmal trifft beides zusammen: Es muss sowohl die Betreuung von Kindern als auch die Pflege älterer Angehöriger oder eines behinderten Kindes organisiert werden. Seit 2015 gilt das neue Familienpflegezeitgesetz und damit ein Rechtsanspruch auf Pflegezeit mit Freistellung von der Arbeit für bis zu sechs Monate und Familienpflegezeit. Damit können Beschäftigte ihre wöchentliche Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden reduzieren, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen (die Regelung gilt nicht gegenüber Arbeitgebern mit weniger als 25 Beschäftigten). Neben der Pflege eines pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung wird auch die außerhäusliche Betreuung eines pflegebedürftigen minderjährigen Kindes einbezogen. Dies gilt auch für die Begleitung von nahen Angehörigen in der letzten Lebensphase. Das Gesetz regelt ebenso die Einführung eines Pflegegeldes als Lohnersatzleistung für die maximal sechsmonatige Pflegezeit sowie deren flexible Ausgestaltung. Bei Urlaub oder sonstiger Verhinderung der Pflegeperson besteht ein Anspruch auf eine Pflegevertretung bis zu vier Wochen im Gesamtwert von bis zu 1.550 Euro pro Jahr (Pflegevertretung / Verhinderungspflege / Urlaubsvertretung).

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