Selbstständigkeit

Gute Vorbereitung - gute Chancen!

Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer denken häufig darüber nach, sich selbstständig zu machen. Eine Existenzgründung kann eine attraktive Option für die Rückkehr ins Berufsleben sein. Für Frauen, die lange beruflich ausgesetzt haben, ist sie auch deshalb eine Alternative, weil Frauen in der Familienzeit noch einmal ganz andere Kompetenzen, Interessen und auch Netzwerke entwickelt haben.

Hürden nicht unterschätzen

Selbstständig zu sein ist verbunden mit hoher Eigenverantwortung und Selbstorganisation – mehr noch als in einer abhängigen Beschäftigung. Gleichzeitig bietet eine Selbstständigkeit mitunter bessere Möglichkeiten, Beruf und Familie miteinander zu verbinden, wobei einem das bisherige gut gelungene Familienmanagement als Voraussetzung für die Organisation eines Kleinbetriebs zugutekommt. Allerdings bedarf es auch hier der Unterstützung der Familie und einer gut funktionierenden Kinderbetreuung, um den Sprung in eine erfolgreiche Selbstständigkeit zu schaffen. In den ersten Monaten müssen Sie sich mit vielen organisatorischen und administrativen Dingen beschäftigen: Von der Anmeldung des Unternehmens über rechtliche Fragen. Sie benötigen eine funktionierende Kommunikationstechnik ebenso wie ein Marketingkonzept und Netzwerke, die Ihnen weiterhelfen.

Frauen gründen anders als Männer, weniger risikoreich, mit weniger Startkapital und fast immer mit der Familie im „Gepäck“. Aber ihre Erfolgsaussichten sind nicht schlechter, wenn die Gründung gut vorbereitet ist. Dabei ist es gleichgültig, ob sie in Teilzeit oder Vollzeit gründen wollen.

Auch das Alter spielt keine  Rolle. Immer mehr Frauen über 50 gründen nach einer erfolgreichen Berufszeit als Angestellte, um endlich einmal ihr Know-how und ihre Ideen in Eigenverantwortung umzusetzen.

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, sich selbstständig zu machen, sollten Sie kritisch die Vor- und Nachteile einer selbstständigen Tätigkeit abklären. Als zukünftige Unternehmerin brauchen Sie sowohl starke persönliche als auch fachliche Kompetenzen und einen „langen Atem“.

Stellen Sie sich und Ihre Geschäftsidee auf den Prüfstand:

  • Ist Ihre Geschäftsidee markttauglich und in Ihrer Region erfolgversprechend?
  • Passt sie wirklich zu Ihnen?
  • Besitzen Sie die (unbedingt) nötigen fachlichen Kenntnisse?
  • Haben Sie kompetente Beratung?
  • Wie steht es mit Ihrem Organisationstalent, Selbstvertrauen, Durchsetzungs- und Stehvermögen?
  • Steht Ihr Partner / Ihre Parnerin, Ihre Familie hinter Ihrer Absicht, sich selbstständig zu machen?
  • Sind Sie bereit, vollen Einsatz zu geben?
  • Können Sie Niederlagen und Stress wegstecken?
  • Trauen Sie sich zu, jeden Tag Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung überzeugend gut zu verkaufen?

Voraussetzung für jede erfolgreiche Gründung ist und bleibt eine überzeugende Gründungsidee. Sie muss „tragfähig und markttauglich“ sein – für Banken, die Sie nach einem Kredit für Ihr geplantes Unternehmen fragen, ist dies das entscheidende Kriterium!

Ist die Planung abgeschlossen, können Sie sich für den Unternehmerinnenbrief NRW bewerben, mit dem eine (kostenlose) einjährige Patenschaft verbunden ist. Ein Expertenteam prüft Ihr Konzept auf Markttauglichkeit und Wirtschaftlichkeit und gibt Ihnen konstruktiven Rat in allen wesentlichen Fragen.

Existenzgründungsseminar

Besuchen Sie vor dem Start unbedingt ein Existenzgründungsseminar bei den Starter Centern, bei der Niederrheinische Industrie- und Handelskammer, oder bei der Handwerkskammer, das Ihnen das nötige Rüstzeug kompakt vermittelt und überdies Voraussetzung für eine Existenzgründungsförderung ist.

Option Nachfolge

Vielleicht haben Sie auch schon einmal darüber nachgedacht, ein Geschäft, einen Betrieb oder eine Handelsvertretung als Nachfolgerin zu übernehmen. Das Thema Nachfolge ist für viele Unternehmen und Betriebe am Niederrhein akut. Die Wirtschaftsförderungen in den Kommunen der Kreise Kleve und Wesel  und der Stadt Duisburg kennen ihre Mitgliedsbetriebe gut und stellen bestimmt gerne Kontakte her.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei den Startercentern NRW für den Niederrhein finden Sie  hier .

Beachten Sie unbedingt, dass Sie als Selbstständige nicht nur Steuern zahlen müssen, sondern auch Ihre Kranken- und Pflegekassenbeiträge selbst bezahlen müssen. Eine Mitversicherung als Familienangehörige ist für Selbstständige ausgeschlossen.

  • Leseempfehlung
  •   Existenzgründung für Frauen: Die Entscheidungshilfe für einen erfolgreichen Start
    Barbara Eder
    Koch Media Verlag
  •   Teilzeitselbstständigkeit – das Handbuch für Kleinunternehmerinnen
    Birgitt Torbrügge
    Verlag Frauenoffensive
  •   Den Laden schmeißen: Ein Handbuch für Frauen, die sich selbstständig machen wollen
    B. Sichtermann, M. Sichtermann, B. Siegel
    Verlag Frauenoffensive
  • Tipp
  • Für Künstlerinnen und Autorinnen ist beim Wiedereinstieg in den Beruf eine Anmeldung bei der Künstlersozialkasse sinnvoll.